Sterilisation - Kastration von Haustieren

Was ist die Sterilisation eines weiblichen Tieres?

Die Sterilisation oder Ovariumhysterektomie ist ein chirurgischer Eingriff zur Entfernung von Gebärmutter und Eierstöcken einer Hündin oder weiblichen Katze. Es ist eine dauerhafte Methode der Geburtenkontrolle bei weiblichen Haustieren. Ist Ihr Tier operiert, dann gibt es keine Paarungszeit und keine Schwangerschaft mehr.

Warum soll man ein Haustier sterilisieren bzw. kastrieren lassen?

Bei männlichen, nicht kastrierten Hunden und Katern ist der Paarungstrieb sehr stark. Wenn Ihr weibliches Tier frei herumläuft, dann können Sie für einen nicht erwünschten Wurf neuer Tierchen verantwortlich sein. Die Übervölkerung von Haustieren ist der Hauptgrund, weswegen jedes Jahr tausende von Tieren eingeschläfert oder ausgesetzt werden. Das Sterilisieren kann wesentlich dazu beitragen, die Zunahme der Hunde und Katzen zu kontrollieren und somit die Zahl der ausgesetzten bzw. eingeschläferten Tiere zu reduzieren.

Eine Sterilisation schliesst auch gewisse gesundheitliche Vorteile für das Tier mit ein. Bei einem nicht operierten weiblichen Tier besteht eher die Möglichkeit, dass es an Gebärmutterleiden oder Milchdrüsenkrebs erkrankt. Von letzterem wird jedes zehnte nicht sterilisierte weibliche Tier befallen, es kommt aber bei sterilisierten Tieren sehr selten vor.

Ein kastriertes männliches Tier neigt viel weniger zum Herumtreiben und streitet sich auch weniger mit anderen Tieren. Ausserdem ist die Gefahr, sich Infektionen zuzuziehen und/oder an Prostatakrebs zu erkranken, wesentlich geringer.

Wann sollte dieser chirurgische Eingriff vorgenommen werden?

Gewöhnlich pflegt man ein weibliches Haustier im Alter von sechs Monaten zu sterilisieren. Das Tier muss nicht unbedingt seine erste Paarungszeit hinter sich haben und auch nicht zumindestens einmal Junge geworfen haben, um sterilisiert werden zu können. Wird ein weibliches Tier operiert bevor es zum erstenmal läufig bzw. rollig wird, dann ist die Gefahr, an Milchdrüsenkrebs zu erkranken, höchst selten.

Was geschieht bei einer solchen Operation?

Das Sterilisieren eines weiblichen Tieres bedeutet einen grösseren Eingriff und wird unter Vollnarkose und sterilen chirurgischen Techniken vorgenommen. Das Tier kann sich während ein oder zwei Tagen nach der Operation etwas unwohl fühlen, doch die meisten Tiere erholen sich im allgemeinen schnell und problemlos.

Ist es ein gefährlicher Eingriff?

Obgleich bei jedem chirurgischen Vorgehen ein gewisses Risiko besteht, besonders dann wenn es unter Vollnarkose geschieht, so ist das Sterilisieren von gesunden Tieren doch beinahe risikolos. Das Risiko ist allerdings höher, wenn es sich um bereits ältere Tiere handelt, die an einer Infektion oder an Krebs leiden.

Wird sich die Persönlichkeit des Tieres ändern?

Bei männlichen Tieren steigert das Testosteron (männliches Keimdrüsenhormon) das aggressive Verhalten. Nach der Kastration mindert der reduzierte Testosteronspiegel den aggressiven Impuls anderen männlichen Tieren gegenüber. Bei einem vor dem sechsten Lebenssmonat kastrierten Hund dürfte man normalerweise keine Persönlichkeitsänderung bemerken, die auf den chirurgischen Eingriff zurückführen wäre.

Wird das Tier durch die Operation dick und faul werden?

Logischerweise kann eine Sterilisation/Kastration den Stoffwechsel etwas senken. Eine richtige Ernährungsweise und regelmässige Körperbewegung haben jedoch mehr Einfluss auf Gewicht und Gesundheit des Tieres als die Sterilisation bzw. Kastration.

FernandoOrtego, Patricia Maciel

Clinica Veterinaria La Paz

Puerto de la Cruz

 

Aus: Teneriffa Journal, No. 73, Jan./Feb. 1998, Seite 20 / -Sterilisation-