Allergien
Fast jeder von uns kennt etwas, wogegen man "allergisch" ist.
Es kann alles mögliche sein: Haare, Schmuck, Pollen, Staub, Medikamente, Nahrungsmittel,
Kosmetika, Insekten, ... ja selbst gegen bestimmte Zeitgenossen kann man allergisch
werden. Hier allerdings hat man noch nie davon gehört, dass der Anblick des bösen
Nachbarn genügt, um etwa einen Ausschlag zu bekommen - aber ganz ausgeschlossen ist
selbst das nicht.
Bei vielen allergischen Reaktionen spielt
tatsächlich die Psyche eine nicht zu unterschätzende Rolle, doch wieso bekommt man so
etwas überhaupt?
Und wieso nehmen die Allergien so zu?
Das gab es doch früher auch nicht oder etwa doch?
Sicher ist inzwischen, dass es sich nicht um
etwas Neues handelt, doch weil es in früheren Jahrzehnten und Jahrhunderten an
entsprechendem Wissen mangelte, wird vielleicht so mancher Hautausschlag falsch gedeutet
worden sein.
Sicher aber ist auch, dass allergische Reaktionen zunehmen und zwar in genau dem Mass, wie
wir (und die gesamte Natur) Umweltgiften und körperfremden Stoffen ausgesetzt sind.
Eine Biene, deren Vorfahren seit den siebziger Jahren mit Insektiziden und Pestiziden
Kontakt hatte und damit überleben mussten (!), hat eine andere Art Bienengift in sich
entwickelt, als dies eine Biene hat um die Jahrhundertwende tat, - dies ist ein kleines,
aber sehr einleuchtendes Beispiel. Und ein Mensch, der von einer "modernen"
Biene gestochen wird, reagiert natürlich entsprechend heftiger!
Bei den Nahrungsmitteln mit ihren vielen Zusätzen und den bereits vorgeschädigten
Grundsubstanzen verhält es sich ähnlich.
Wenn man so will, sind die Allergien eine ganz klare Antwort unseres Organismus auf das,
was wir an uns und der Natur verbrochen haben, Punkt.
Was aber genau passiert bei einer Allergie,
bzw. einer allergischen Reaktion?
Wir alle haben in unserem Abwehrsystem starke Kämpfer, die B- und die T-Lymphozyten. Wenn
sie auf einen "Feind" treffen, so merken sie sich genau, wie er aussieht und wie
er sich verhält. Die B- und T- Lympho´s basteln sich einen Schutzschild aus vielen
kleinen Abwehrzellen und dieser Schutzschild enthält sämtliche Informationen über den
Feind.
Von nun an schwimmen die Krieger mit dieser Waffe durch sämtliche Kanäle des
Immunsystems und sind auf der Hut. Nach einiger Zeit treffen sie erneut auf den
Übeltäter und wenn dieser ein "normaler" Schnupfenerreger ist, geht es ihm
schlecht und er wird niedergemetzelt.
Wenn es aber ein bestimmter Reizstoff ist, der als "aussergewöhnlich
gefährlich" eingestuft wird, (warum ausgerechnet dieser, das weiss eben niemand) so
kommt es zwischen den B- und T-Lympho´s und dem Reizsoff zu einer sogenannten
Antigen-Antikörper-Reaktion.
Es läuft dann eine bestimmte Kettenreaktion im Körper ab, die manchmal zu heftigen Symptomen führt: Niesen, Husten, Juckreiz, Atemnot, Quaddel- oder Blasenbildung, Pusteln, Rötungen, Schwellungen, Entzündungen - alles kann vertreten sein.
Bei einer allergischen Reaktion vom Sofort-Typ (unmittelbar, also nach Kontakt mit dem Antigen) kann es sogar zu einem anaphylaktischen Schock kommen und der ist akut lebensbedrohend.
Achtung: Wenn Sie oder ein anderer nach Einnahme eines Medikamentes oder nach einer Injektion oder nach einem Insektenstich im Zeitraum von 5-10 Minuten eine Hautrötung, Juckreiz, Atemnot, Brennen, (besonders in den Handflächen oder ein Gefühl von Schwäche verspüren - rufen Sie sofort den Notarzt. Wenn Sie es nicht tun, kann es übel enden!
Prinzipiell sollten Sie sich immer merken,
ob und auf was Sie "unnormal" reagieren, auch wenn es nur eine leichte
Übelkeit, ein bisschen Röte im Gesicht ist, nur ganz wenig juckt und dann wieder
vergeht.
Sie haben es vielleicht schon bald wieder vergessen, aber Ihre B- und T-Zellen, die
vergessen es nie!
Wenn Sie eine Injektion oder ein Medikament
bekommen haben, so achten Sie auch innerhalb der nächsten 7-10 Tage auf Folgendes: Um die
Injektionsstelle auf einen Auschlag, zwei bis drei Tage später Fieberanstieg, Übelkeit
bis Erbrechen, Durchfall, Nesselsucht am Körper, Kopfschmerzen, kleinere
Lähmungserscheinungen. Zwar klingt all dies nach einiger Zeit wieder ab, - aber beim
nächsten Mal mit dem gleichen Medikament geht die Post ab!
Vergessen Sie also nie, beim Arzt oder im Krankenhaus zu sagen, ob und worauf Sie
"komisch" oder klar allergisch reagieren und notieren Sie diese Dinge auch in
Ihrem Ausweis (falls Sie keinen Allergikerpass haben).
Nun ist natürlich nicht jede allergische Reaktion dermassen dramatisch. Eine dicke Nase und ständig Triefaugen können auch ganz schön nerven, besonders über längeren Zeitraum und womöglich auch noch im Urlaub und wer sich manche Nacht mit Kratzen um die Ohren geschlagen hat, weiss was Juckreiz bedeuten kann!
Was also tun?
Zunächst natürlich Allergietests beim Arzt.
Wenn man Glück hat, findet man
"seine(n) Reizstoff(e) " heraus, aber manchmal braucht es schier endlose Geduld
und endlose Tests und leider, leider manchmal findet sich scheinbar gar nichts.
(Wobei Sie sich in diesem Fall wahrscheinlich fragen: bilde ich mir das alles etwa nur
ein? Oder habe ich gar einen seelischen Knacks und es kommt daher? -
Antwort: zu Punkt 1 - nein,
zu Punkt 2 - "seelisch bedingt" ist nicht gleich "Knacks" und sie
befinden sich in guter Gesellschaft mit ca. 40% aller von Allergien Betroffenen, bei denen
man auch nichts heraus fand.)
Falls man Ihr Allergen herausfindet, so kann
man "desensibilisieren", das heisst, Ihr Körper wird in
"einschleichender" Dosierung an seinen angeblichen Feind gewöhnt.
Je früher dies geschieht, umso besser funktioniert es, dies betrifft sowohl das
Lebensalter als auch die Dauer der Allergie.
Bei der Nesselsucht sind es aber immerhin etwa 35% der Erwachsenen, denen es nach der
Desensibilisierung wesentlich besser geht oder die gar geheilt sind.
Bei Nahrungsmittelallergien lassen sich dagegen nur Kinder wirklich erfolgreich behandeln.
Zur Behandlung von Allergien ist prinzipiell zu sagen, dass man natürlich die schlimmsten Symptome zu lindern sucht, also schleimhaut- oder hautabschwellende Medikamente verabreicht, wie cortisonhaltige Mittel oder juckreizstillende, wie Antihistaminika.
Da aber mit der Symptomlinderung - bzw. Beseitigung natürlich die überschiessende Immunreaktion nicht behandelt ist - und nicht immer ist eine Meidung oder Ausschalten des Reizstoffes möglich - und nebenbei durch mögliche Nebenwirkungen der Medikamente der Körper auch noch geschwächt wird, kann dies alles keine echte Lösung sein!
Das Ziel sollte sein:
1. Herausfinden des Allergens und
Desensibilisieren
2. Falls keine Desensibilisierung möglich: Meiden des Allergens soweit als möglich
3. Beruhigung des Immunsystems (zeitweilige "Unterdrückung" ist nicht
dasselbe!) und hier bietet gerade die Naturheilmedizin, der wir uns aus guten Gründen und
jahrzehntelanger Klinikerfahrung verschrieben haben, verschiedene Therapieformen an.
Sie haben sich in vielen Fällen als erfolgreiche Alternative erwiesen, und werden immer
auf den Patienten und seine Form der Krankheit ausgearbeitet.
Wenn Sie dazu oder zu anderen Themen Fragen haben, rufen Sie uns an, wir nehmen uns Zeit für Sie.
Ihr Consultorio Kelchner - Lamberts
El Medano
Tel.: 922 17 60 58
Teneriffa Journal No. 77 Januar/Februar 1999 Gesund.- Allergien