Gesunde Ernährung
Die Grundlage eines gesunden Lebens ist zweifellos die Ernährung. Sie muss nicht nur vollwertig, sondern auch abwechslungsreich und wohlschmeckend sein.
Damit der menschliche Organismus sich erhalten kann, benötigt er als Baustoff (für Wachstum und Erneuerung der Zellen) Nähr- und Brennstoffe. Baustoffe sind Eiweiss, Brennstoffe sind Fette und Kohlenhydrate. Darüber hinaus aber benötigt der menschliche Organismus auch Wirkstoffe (Vitamine), Mineralstoffe und verschiedene Spurenelemente und Ballaststoffe. Damit dem Menschen das Essen mundet, braucht er überdies Geschmacksstoffe, die den Appetit und die Verdauung anregen bzw. fördern.
Je mehr Nährstoffe nun ein Nahrungsmittel aufweist, desto höher wird auch der Nährwert für den menschlichen Organismus. Je vollwertiger die Nahrung sein soll, desto gemischter muss das Angebot an Nahrungsmitteln sein, da ja nur in der vollwertigen Nahrung alle Stoffe enthalten sind, die zur Erhaltung des Lebens notwendig sind: Eiweiss, Fett, Kohlenhydrate, Säuren, Salze, Mineralien, Vitamine, Spurenelemente.
Wird dem Körper längere Zeit einer dieser Stoffe entzogen, so ist die Gesundheit ernstlich gefährdet. Daher soll das oberste Gebot einer jeden verantwortungsbewussten Hausfrau/mann und Köchin/Koch lauten: Stets eine möglichst gemischte Kost anzubieten, die im turnusmässigen Ablauf alle notwendigen Stoffe enthält. Das heisst, man sollte den Speiseplan stets so vielfältig wie nur möglich gestalten. Zu vermeiden ist die Eintönigkeit, die Einseitigkeit. Jeder sollte hin und wieder ein Kochbuch in die Hand nehmen und neue Rezepte versuchen. Denn je bunter, je gemischter der wöchentliche Speisezettel ist, desto grösser ist die Gewähr und Sicherheit, dass man dem Körper tatsächlich alle notwendigen Nahrungs- und Vitalstoffe zuführt.
Die tägliche Kost soll kalorienbewusst abgestimmt sein. Es darf vor allem kein Zuviel an Brennstoffen geben, die sich unverarbeitet im Körper als Fett ablagern.
Sie soll ausserdem einen Eiweissanteil von etwa 15% aufweisen. Weiter muss der Bedarf an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen gedeckt sein. Dem Eiweiss fällt die Aufgabe zu, den Körper aufzubauen. Es ist besonders in der Milch, in Hülsenfrüchten, Eiern, Käse sowie in allen Fleisch- und Fischarten enthalten. Leber- und Nierenkranken und ebenso Gichtleidenden ist die Aufnahme eiweissreicher Nahrungsmittel nur in mässiger Menge erlaubt.
Fett sorgt für die nötige Wärme- und Energiemenge für den Körper. Es ist in allen tierischen und pflanzlichen Nahrungsmitteln enthalten. Pflanzliche Öle und das Milchfett (Butter, Sahne) sind am bekömmlichsten, schwerer verdaulich sind Schlachtfette.
Die Kohlenhydrate liefern dem Organismus Wärme und Kraft. Sie sind vorwiegend in Körnerfrüchten (Getreide), Kartoffeln, Reis und Hülsenfrüchten enthalten.
Besonders wichtig sind aber Bestandteile, die mengen- und gewichtsmässig kaum eine Rolle
spielen, deren Fehlen aber folgenschwere Ausfallerscheinungen bedingen würden.
Vitamine sind vor allem in den Gemüsen und
im Obst enthalten. So das Vitamin A in: Eigelb, Karotten, grünem Gemüse, Milch, Butter
und Lebertran. Das Vitamin B in: Milch, Obst, Gemüse, Mais, Reis, Leber, Hefe, Vollkorn.
Und das Vitamin C in: Paprika, Zitrusfrüchten, Hagebutten, Sanddorn, grünem Gemüse,
Kartoffeln und Sauerkraut.
Dabei ist zu beachten, dass das Vitamin C vom menschlichen Körper nicht gespeichert
werden kann. Es ist ausserdem sehr hitzeempfindlich (wird beim Kochen weitgehend
zerstört), auch der Luftsauerstoff baut das Vitamin C rasch ab, auch beim
"Aufwärmen" geht das Vitamin C verloren.
Von den lebenswichtigen Mineralien seien genannt: Kalzium, Eisen, Magnesium, Kalium, Phosphor, Natrium. An lebensnotwendigen Spurenelementen benötigt der menschliche Organismus u.a. Jod, Kobalt, Kupfer, Mangan, Zink, Molybdän, vermutlich auch Fluor, Silizium und Selen.
Bei einer frischkostreichen, vielseitigen - gemischten Kost deckt der gesunde Mensch seinen Bedarf an all diesen Stoffen aus den Lebensmitteln, die auf seinen Esstisch gelangen.
Folgende Grundsätze sollen dabei ständig
leiten. Stets reichlich Rohkost, nie zuviel Fett, nach Möglichkeit Pflanzenöle
verwenden, nicht zuviel Kochsalz und Raffinadezucker. Auch nicht zuviel ,,aus der
Dose" kochen, und wenn, dann durch Rohkost ergänzen.
Neben den Kalorien, dem Gehalt an biologisch wirksamen Substanzen und dem persönlichen
Geschmack, muss auch die Verdaulichkeit der Speisen berücksichtigt werden. Die Stoffe,
aus denen die Speisen zusammengesetzt sind, benötigen eine verschieden lange Verweilzeit
im Magen. Die Verdaulichkeit wieder hängt ab von der Art der Zubereitung (gut gekocht,
fein verarbeitet), von der Temperatur (je wärmer, desto leichter sind die Speisen den
Verdauungssäften zugänglich), von der Menge und von der Speisezusammensetzung.
Die Verdauungsorgane werden nur dann zur Höchstleistung angeregt, wenn die
Zusammensetzung der Nahrungsmittel richtig gewählt wird. Zum Beispiel wird man zu fetten
Speisen gerne trockenes Brot oder zu kräftigen, eiweissreichen Speisen (Fleisch) leichte
pflanzliche Gemüse (Salate, Kompotte) essen, die sich auch im Geschmack gut ergänzen.
Eine sorgfältige und geschmackvolle Zusammensetzung erhöht ausserdem auch die
Essfreudigkeit, den gesunden Appetit.
Aus: Teneriffa Journal, No. 73, Jan./Feb. 1998, Seite 8+9 / -Ernährung-