Das Rauchen – der Wahnsinn

 

Nur mit Neid können die vom blauen Dunst der Raucher gequälten Normalbürger die drastischen Erfolgen gegen den Qualm in den USA betrachten.

Der letzte Erfolg: Der US-Bundesstaat Florida klagte gegen die Tabakhersteller auf Schadenersatz für die gigantischen Kosten, die der öffentlichen Gesundheits-Fürsorge durch das krankmachende Rauchen entstehen. Durch einen sensationellen aussergerichtlichen Vergleich entzogen sich kürzlich die Tabakfabrikanten der sich abzeichnenden Niederlage im Gerichtsverfahren: Sie zahlen an den Bundesstaat Florida die Summe von 11.300 Millionen Dollar als Schadenersatz.

Wenn dieses Beispiel Schule macht könnten für die Tabakindustrie angesichts von fünfzig US-Bundesstaaten schwere Zeiten anbrechen.
Von derartigen Zuständen sind wir auf den Kanaren noch einiges entfernt. Doch auch hier wächst der Widerstand der Nichtraucher gegen die Belästigung und Gesundheitsgefährdung.

Und auch die Gesundheitsbehörden wachen auf. Immerhin machen die mit dem Tabakverbrauch verursachten Kosten 7% der gesamten Sanitätskosten aus. Bereits 10% aller ambulanten Arztbesuche und 20% bis 30% aller klinischen Konsultationen beziehen sich auf chronische Lungenerkrankungen - und 90% der Patienten sind Raucher.
Das Rauchen ist die bedeutendste Todesursache in der Welt. Von tausend Menschen sterben 135 an den Folgen des Rauchens. Bedenkt man, dass auf den Kanaren etwa 35% der Bevölkerung Raucher sind, so lässt sich aus der vorgenannten Zahl ableiten, dass jeder dritte Raucher direkt an den Folgen seiner Sucht stirbt. Gäbe es die Nikotinsucht nicht, so wären Lungenerkrankungen eher eine Ausnahme.

Ärzte und Experten der Gesundheitsbehörden haben dringend gefordert, den Verkaufspreis von Tabakprodukten durch eine erhebliche Erhöhung der Tabaksteuern in die Höhe zu treiben, um auf diese Weise über den Preis den Rauchern ihr Laster zu vermiesen.

In anderen Ländern habe dieses Mittel bereits ermutigende Resultate gezeigt. In der Tat haben Studien ergeben, dass weniger intelligente Menschen meist zwei Gemeinsamkeiten haben: Sie verdienen weniger Geld und sie rauchen. Je intelligenter die Menschen sind, um so höher ist ihr Einkommen und um so geringer ist auch der Anteil der Raucher unter ihnen. Letzterer Gruppe braucht man das Übel erst gar nicht abgewöhnen, und die erste Gruppe kann man mit einem hohen Verkaufspreis des Tabaks durchaus treffen, da sie für ihr Laster nicht so viel Geld übrig hat.

Doch dem Aufhören mit dem Rauchen steht ein Hindernis im Wege, für dessen Überwindung man schon einen etwas starken Charakter haben muss: Nikotin führt siebenmal schneller in die Abhängigkeit als zum Beispiel Heroin.
Ein Trost für die Raucher, die es lassen wollen: Die Entzugserscheinungen beim Ausstieg aus der Droge sind beim Heroin um ein Vielfaches schwerer. Bereits zwei bis drei Wochen nach dem Ausstieg aus dem Rauchen lässt die Sucht nach.

 

 

Aus: Teneriffa Journal, No. 71, Oktober 1997, Seite 5 / -Rauchen-