Die kleine Eigenblutbehandlung

 

Körpereigene Substanzen regen das Immunsystem an, wenn sie an einer bestimmten Stelle entnommen und an anderer Stelle zurückgegeben werden - das weiß man schon seit ungefähr 1500 vor Christus.
Zwar kannte man weder Erythrozyten, Thrombozyten noch Leukozyten und man wußte auch nichts von Antikörpern, Giften (Toxinen), von Erregern, Bakterien oder Vieren. Trotzdem ahnte man wohl etwas von "Gift im Körper" und immer schon gab es neben den religiösen und magischen Aspekten der Behandlung mit Blut und anderen Körpersäften ganz praktische, handfeste Erfahrungen.
Ägyptische Heiler, die arabischen Schulen, chinesische Ärzte kannten bereits den "Reiz", den Blut auf körpereigenes, jedoch ortsfremdes Gewebe ausübt (Beispiel: venöses Blut in einen Muskel injiziert, Schröpfen, Quaddeln, etc.)

Tatsächlich heisst diese Therapie "Reiztherapie" und sie beinhaltet viel Facetten. Einige Methoden sind selbst unter absoluten Naturverfechtern umstritten, wie das Trinken oder Injizieren von Eigenurin. Andere werden auch von der Schulmedizin wieder als anerkannte Therapie verwendet und dazu gehört die Behandlung mit eigenem Blut.
Im Prinzip ist es einfach: Da unser Blut, wie schon erwähnt, alles mögliche transportiert, eben auch Antikörper und Toxine, hat es Informationscharakter.
Wenn es venös entnommen und dann unter die Haut (subcutan) oder in einen Muskel (intramusculär) gespritzt wird, so löst es bei dem dortigen Gewebe einen "Hallo-Wach-Effekt" aus. Zwar sind es Antikörper o. ä., die dem Körper eigentlich vertraut sein müßten, weil sie ja aus ihm stammen, aber das Immunsystem reagiert so aufgeregt, als wäre es eine völlig neue Sache. Alles wird in Windeseile auf Verteidigung programmiert und genau diesen Effekt macht man sich in der kleinen Eigenblut-Therapie zunutze. Bakterien, die bisher oft jahrelang heimlich im Körper agierten werden plötzlich erkannt, Allergie auslösende Stoffe werden mit spezifischen Antikörpern belegt und unschädlich gemacht. Blut als ein ,,besonderer Saft", Goethe hatte schon recht in seinem "Faust"!
Die Therapie kann angewendet werden bei: Allgemeiner Abwehrschwäche, grippalen Infekten, Arthrose, Arthritis, bei Allergien, Krebserkrankungen – selbstverständlich immer in Kombination mit anderen Substanzen - auch bei nervösen Störungen, depressiven Verstimmungen, zur Verbesserung des Schlafes und zur Appetitanregung. Kurz – eine Eigenblut-Therapie hat einen äusserst günstigen Einfluss auf das Allgemeinbefinden. Viele Patienten fühlen sich nach der Behandlung frischer und leistungsfähiger. Der Schlaf wird länger und tiefer und aus einem seelischen Tief kommt man schneller wieder nach oben.
Je nach Erkrankung richtet sich die Behandlung des Blutes selbst. Man kann es verschiedenen Prozeduren unterziehen, es z.B. mit UV-Licht bestrahlen oder mit Ozon vermischen, man kann es "verdünnen" (potenzieren) und vieles mehr.

Die Eigenblut-Therapie bewirkt die Stimulierung des Immunsystems, aber eines sollte man dennoch klar sagen: sie kann nicht alles. Bei irreversiblen Schäden, im Endzustand einer Krankheit ist sie nicht angebracht. Sie hilft dann nicht dem Kranken, sondern dem Geldbeutel des ,,Therapeuten", den wir hier mit Verlaub in Anführungszeichen setzen. Ein guter Arzt oder Therapeut WEISS, wo die Grenzen einer Behandlungsmethode gesetzt sind und er richtet sich danach.

Consultorio Kelchner-Lamberts

 

Aus: Teneriffa Journal, No. 69, März/April, Seite 6 / - Eigenblut 69 -