Zweibeiner ohne Steuerprobleme
Nein, nicht alle "Zweibeiner" auf Teneriffa sprechen über Steuern und Politik.
Es gibt auch eine Reihe von ihnen, die selbst Politik machen und die diese in autoritärer Weise durchsetzen.
Schauen Sie sich nur einen "Zweibeiner" im Park Aguilas del Teide an:
Schaut er nicht gebieterisch und Respekt einflössend umher, stets seine Umgebung und sein Reich überwachend?
Drückt nicht seine ernste und majestätische Miene klar seinen Herrschaftsanspruch aus, mit der unausgesprochenen Drohung seine Autorität gegen jeden durchzusetzen, der Flügel hat und sich ihm nicht unterordnet ?
Schliesslich ist er ja der Adler, der König der Lüfte.
Auch dem "Herrn" mit dem scharfen Blick, sprich einem Uhu, sind Ein- wanderungsbestimmungen und Sozialversicherungsprobleme völlig gleichgültig.
Seine beste Altersversorgung sind seine Augen mit "eingebauten Nachtgläsern", die selbst in mondlosen Nächten und auf weite Entfernungen seine Opfer, und somit sein "Nachtmahl", erkennen.
Diese Sehkraft, gepaart mit einem scharfen Schnabel und mit messerscharfen Krallen, macht ihn zum unumstrittenen König der Nacht - ein wunderschöner Uhu, wie er im Buche steht.
"Gestatten, mein Name ist Geier", stellt sich hingegen der ebenfalls sehr ernst blickende Herr im Park vor.
Und wer wollte ihm wohl nicht glauben ? Aufgemacht wie ein Bestattungsunternehmer in dezenten zurückhaltenden Braun-Schwarz- und Grautönen wacht er mit aufmerksamem Blick darüber, dass in seinem Revier keine Leichen unbeerdigt herumliegen.
Wenn seine Argusaugen ihm einen Todesfall melden, so geht er sofort zur Sache, wobei seine Art der "Bestattung" etwas anderes ist als die menschlichen Zweibeiner sie verstehen:
Nachdem die grossen Fleischstücke des Verblichenen von Kojoten, Schakalen, Löwen oder anderen Wildkatzen, etc. verspeist worden sind (das kann ja schliesslich jeder!) säubert Herr Geier sorgfältig die Knochen von den Fleischresten soweit es geht, bis er dann nur noch die absolute Kleinarbeit den Ameisen, Termiten und Würmern überlässt.
So dient er grosszügig der Allgemeinheit - und natürlich seinem eigenen Überleben, er, der Chef der Hygiene-Abteilung . . . .
All diese Überlegungen von Königen der Luft, Königen der Nacht und von Hygiene interessieren diese riesigen Krokodilleder-Koffer unten im See im Park überhaupt nicht. Und von wegen "Krokodilleder-Koffer"!
Kommt einmal in unsere Nähe, dann machen wir nämlich Geschnetzeltes aus Euch - und das nicht "gut durch", sondern wir mögen es völlig roh.
Und dann werdet Ihr sehen, wer die Könige des Wassers sind, wir nämlich !! -
Ausserdem möchten wir noch sehr selbstbewusst darauf hinweisen, dass wir keine Zweibeiner sind sondern Vierbeiner.
Und "Hygiene"!? Pah, die brauchen wir nicht, ist bei uns inbegriffen. Bei uns schwemmt das Wasser alles weg, ganz automatisch!
Diese Krokodile, die oft bewegungslos wie ein alter Baumstamm im Wasser liegen, erwachen explosionsartig, wenn etwas Essbares in die Nähe kommt!!
Liebe Leser, wenn Sie nun mit einem Gruseln und einer Gänsehaut auf dem Rücken bereits Ihre Koffer gepackt haben sollten, um vorzeitig aus Teneriffa abzureisen, so können Sie die Koffer ruhig wieder auspacken.
Denn die hier vorgestellten Herren werden Ihnen nicht in der freien Natur begegnen, sondern gut behütet im "Adler-Park", im "Parque Las Aguilas del Teide" im Gemeindegebiet von Arona im Süden Teneriffas (leicht zu finden: Autobahnabfahrt Arona, hoch Richtung Arona, dort ist es überall ausgeschildert).
Auf etwa 75.000 qm kann man so unterschiedliche Zeitgenossen wie Pinguine, Krokodile, Zwergnilpferde und Känguruhs beobachten.
Da diese Tiere aus teilweise sehr unterschiedlichen Klimazonen stammen, muss zum Beispiel das Wasser der Pinguine auf 15 Grad herabgekühlt werden, während das Wasser für die Krokodile und Nilpferde auf 28 Grad erwärmt wird.
Soweit möglich, wurde auf Käfige mit Gittern verzichtet. So leben die Pinguine in einem eigenen See, bei dem nur die recht steilen Wände verhindern, dass sich die watschelnden Pingine unter das Fussvolk der Besucher mischen.
Die Krokodile und die Flusspferde hingegen leben in einem natürlichen Barranco, einer Schlucht, die etliche Meter breit ist und von einem kleinen Fluss durchflossen wird. Auch hier gibt es keine Gitter und Zäune.
Nur die steilen Wände der Schlucht verhindern, dass die Krokodile sich der Besucher bemächtigen, wenn sie plötzlich vom Heisshunger heimgesucht werden.
Gefüttert werden die Krokodile mit Hilfe langer Stangen, an deren Ende befestigt sich ihr Mittagessen befindet.
Überhaupt gehört im Parque Las Aguilas del Teide das Füttern der Tiere zu den Attraktionen.
Wenn man den Park betritt, so erhält man eine schriftliche Information über den Aufbau des Parks und die Verteilung der dort beheimateten Tiere.
Ausserdem wird in dieser Information angegeben, zu welcher Zeit welche Tiere gefüttert werden.
Der Zeitplan ist so errechnet, dass jeder Besucher innerhalb von etwa drei Stunden der Fütterung der attraktivsten Tiere beiwohnen kann, u.a. bei den Pinguinen, Krokodilen und Zwergnilpferden.
Eine weitere der grössten Attraktionen sind die etwa 170 Raubvögel der verschiedensten Arten, die in diesem Naturpark leben. Und dreimal täglich gibt es eine grosse Show mit den verschiedensten Greifvögeln, in die das Publikum in der Adler-Arena teilweise mit einbezogen wird.
Und was die Natur angeht:
Seen mit riesigen Seerosen, Wasserfälle, Flussläufe, Lagunen, unteriridische Höhlen und eine erstaunliche Sammlung von Kakteen, diesen stacheligen Zeitgenossen, sowie insgesamt 200 weitere Pflanzenarten sind einige der Attraktionen, die das Naturparadies "Las Aguilas del Teide" bietet, der im Jahre 1994 eröffnete Naturpark.
Es lohnt sich, auch die kleineren verwunschenen Wege zu erkunden, die sich zwischen der tropischen und subtropischen Pflanzenwelt hindurchwinden.
In Teilen des Naturparks wird auf das akurate und pingelige Beschneiden und Zurechtstutzen der Pflanzen verzichtet, wie es so typisch ist für viele deutsche Kleinstadt-Parks.
Im "Las Aguilas del Teide" darf ein Grossteil der Pflanzen so üppig wachsen wie er möchte. In manchen Bereichen kommt sich der Besucher so vor, als befinde er sich in einem Stück unberührter Natur, in die die Hand des Menschen sich seit längerer Zeit nicht mehr eingemischt hat. Dies sind richtige Oasen der Ruhe.
Wir verbrachten fünf Stunden im Park "Las Aguilas del Teide", um die Fütterung der Tiere mitzuerleben und alle übrigen dort beheimateten Tiere und die gesamte Vegetation des Parks zu bewun- dern.
Sie sollten sich also genügend Zeit nehmen, wenn Sie den Park besuchen.