Während der Eroberung der Kanaren: Die Männer wurden ausgerottet
Die Abteilung für genetische Forschungen der Fakultät für Biologie der Universität von La Laguna hat ein interessantes Forschungsergebnis veröffentlicht, das die Herkunft der heutigen kanaririschen Bevölkerung be- leuchtet.
Basis ist ein ADN-Molekül, das ausschliesslich nur von Frauen an ihre Nachkommen weitergegeben wird und das männliche Y-Chromosom, bei dem es deutlich feststellbare Differenzen gibt zwischen den Y´s der Europäer, der Nordafrikaner (Berber) und Neger.
Nun das Ergebnis der Untersuchung:
Bei den kanarischen Männern herrscht deutlich die europäische Herkunft vor, bei den kanarischen Frauen hingegen die nordafrikanische Herkunft, also die der Guanchen, die von den nordafrikanischen Berbern abstammten.
Daraus schliessen die Forscher, dass die spanischen Eroberer der Inseln im 15. Jahrhundert systematisch die männlichen Ureinwohner getötet oder als Diener oder Sklaven verschleppt haben. Die weiblichen Ureinwohner der Inseln andererseits wurden von den Eroberern unter ihre Gewalt gebracht und diese Frauen gebaren den Europäern dann Kinder, was letztlich zur heute herrschenden genetischen Verteilung der Bevölkerung führte.
Weiterhin gibt es noch gewisse Einflüsse von Neger-Stämmen. Vermutlich stammen diese in erster Linie von Neger-Sklaven, die in den ersten Jahrhunderten von den spanischen Eroberern mit auf die Inseln gebracht wurden.
Im übrigen ist die genetische Verteilung von Insel zu Insel verschieden. Auf Teneriffa, das sehr schnell und sehr intensiv von den Spaniern kolonisiert wurde, ist die europäische Abstammung der Männer wesentlich stärker als z. B. auf La Gomera, wo die nordafrikanischen Gene weit häufiger festgestellt wurden.
Teneriffa Journal Nr. 78 März/April 1999 TJ-männer.ausger.