Aus der einstigen Hippie-Idylle ist inzwischen ein attraktives Ferienziel für Wanderer und Biker geworden — bislang nur per Schiff erreichbar. Grösstes Touristenzentrum ist das Valle Gran Rey. In Müsli-Cafés, Saftbars und lebendigen Kneipen trifft sich das vorwiegend deutsche Publikum. Ein hübsches verträumtes Dorf ist das am Hang klebende La Calera mit autofreien Gassen und vielen privat geführten Pensionen.

Bootstour
»Den imposanten Basaltsäulen Los Organos an der unwegsamen Nordküste kann man sich nur vom Meer aus nähern, am besten per Boot von Valle Gran Rey. Schon die Fahrt ist ein Erlebnis, nicht selten sorgen verspielte Delphine für Begleitschutz. Dann die Orgelpfeifen: aneinandergereihte Basaltstränge, wie aus dem Fels gemeißelt. Bootsfahrten nach Los Organos ab Vueltas werden in Apartmenthäusern und Geschäften in Valle Gran Rey angeboten. Ebenfalls von Vueltas aus werden Whalewatching -Trips angeboten. Im Unterschied zu manchem von Teneriffa aus startenden Boot wird dabei versucht, die großen Meeressäuger so wenig wie möglich zu stören. Info und Buchung bei Capitano Claudio, Vueltas, Tel. 922 80 57 59.«
Sieben-Tage-Trek
Eine Wanderung über die Insel ist die sanfteste Art, La Gomera zu entdecken. Auf Saumpfaden und alten Wegen, die einst die Dörfer verbanden, geht es durch den kargen Süden nach Playa de Santiago und tags darauf in einem langgezogenen Aufstieg von Meeresniveau ins 1000 Meter hoch gelegene Bergdorf Chipude. Eine einfache Pension bietet Obdach. Auf Dschungelpfaden wird dann der Nationalpark Garajonay durchwandert und dabei ganz nebenbei der höchste Punkt der Insel erklommen.

In El Cedro, einem fast entvölkerten Weiler, nächtigt die Gruppe in der Wandererhütte La Cabaña. Am Lagerfeuer bespricht man die weitere Route, und wer will, kann bei Nachbar Francesco einen Blick in die Räucherkammer werfen und den frischen Ziegenkäse probieren. Am nächsten Morgen steht der Abstieg ins Tal von Hermigua an — der Wanderklassiker auf La Gomera. Der steile und stufige Weg ist nichts für lädierte Knie. Am letzten Tag, auf der furiosen Schlußetappe, warten nochmals tausend kräftezehrende Höhenmeter, bevor das Ziel in Valle Gran Rey erreicht ist.
Bike & Boot
Mit seiner zerklüfteten Topographie ist La Gomera ein ideales Terrain für Biker. Den kraftraubenden, 14 Kilometer langen Aufstieg von Valle Gran Rey zu den Biketrails im Hochland kann man sich sparen und den Shuttle-Bus nehmen. Eine mittelschwere Tour führt auf der Höhenstraße und auf stillen Forstpisten quer durch den Nationalpark Garajonay zur Degollada de Peraza, dann auf Off-road-Trails hinunter nach Benchijigua, das bis heute nicht an Asphalt und Strom angeschlossen ist. Auf dem letzten Wegstück rollt die Tour in einer sanften Abfahrt zum Hafenörtchen Playa de Santiago aus.

Hier werden die Räder auf einen Fischkutter geladen, mit dem es zurück ins Valle Gran Rey geht. Auskunft: Bikestation in La Puntilla (Tel./Fax 922 80 50 82). Preis: inkl. Leihbike und Shuttle-Bus 75 Mark (1996). Wer auf eigene Faust durch den Nationalpark radeln will, sollte sich vorher bei der Bikestation oder der Forstbehörde Icona (Tel. 922 87 01 05) über das befahrbare Wegenetz erkundigen — auf gesperrten Forstwegen drohen hohe Geldstrafen.